Walter E. Lautenbacher (Gründer des BFF)

Denken wir gelegentlich daran, warum wir einem exklusiven Kameraverband angehören und das man ausgerechnet unsere fotografischen Qualitäten für mitgliedswürdig hält, bedarf es der Erinnerung und Rückschau an die Wurzeln der Gründung unseres Verbandes.

Am 10. August jährt sich der Todestag von Walter Hans Ernst Werner Lautenbacher, für die meisten nur Walter E. Lautenbacher zum 25. Mal. Lautenbacher gilt- neben Franz Lazi, Ludwig Windstoßer, Willi Moegle und Dr. Wolf Strache als Gründer des BFF. Damals trug der Verband noch den Namen „Berufsverband Freischaffender Fotografen“.

Der Gründungsidee vorausgegangen war eine Fotoausstellung in Stuttgart, die sich dadurch unterschied, als das dort erstmals kommerzielle Werbe,- und Modefotografie als Kunst präsentiert wurde. Zu dem damaligen Zeitpunkt undenkbar: Kunstausstellungen in Sachen Fotografie gab es nur, wenn die Fotografie selbst die Kunst darstellte, also ohne jeglichen Auftrag dahinter. Fotografie ist keine Kunst, sagte ja auch die Werbung eines Kameraherstellers bis in die 1990er Jahre hinein.

Auf den phänomenalen Erfolg dieser Ausstellung baute Lautenbacher- die Zeichen der Zeit erkennend – auf: Er erstritt vor dem Finanzgericht das kommerzielle FotografInnen als Künstler, und somit befreit von Gewerbesteuer und Handwerksbindung anerkannt werden können. Das stellt bis heute den Hintergrund unserer Berufsorganisation dar, und dieses Recht ist für jeden Fotografen, jede Fotografin da draußen durch eine vom BFF gestellte und vor Gericht anerkannte Gutachterkommission erstreitbar. Vorausgesetzt die Qualität der Fotografien stimmt.

Das war wohl der Fall, damals im Januar 1969, dem offiziellen Gründungsdatum des Verbandes, initiiert und vollzogen in Lautenbachers Privatwohnung.

An Walter E. Lautenbachers fotografisches Werk selbst erinnern uns seine ikonischen Arbeiten in weitwinkeligem schwarz/ weiß an gleissend hellen Sandstränden, die kontrastreichen Modefotos für Pelz,- und Bademoden, sensible Portraits ebenso wie sein wunderbares Selbstporträt mit Model Britta Bauer für die Ausstellung „Commercial Photography“, ebendiese in Stuttgart von 1967. Viele seiner damaligen Reisen für Aufträge mussten beneidenswerte Abenteuer gewesen sein. Lautenbachers Erfindung der „Fettscheibe“ stellte eine damals weitgehend unbekannte Arbeitsweise mit einem Efektfilter dar. Weit vor jedem heute downloadbaren Filter für Lightroom, Instagram und Co. verlieh dieses Glas vor der Optik Lautenbachers Fotos den besonderen Look.

Darüberhinaus machte ihn sympathisch, das er gerne im eigenen Studio-Wohnhaus in Stuttgarter Hanglage sein Wissen mit jungen FotografInnen teilte, keine Selbstverständlichkeit seinerzeit.

Von 1969 an bis 1985, also sechzehn Jahre lang, war Walter E. Lautenbacher Vorstandssprecher des BFF, und wurde mit 65 Jahren verdient zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Maßgeblich durch ihn ist der BFF heute, wie das Magazin Profifoto schreibt, Zitat: “…nach wie vor eine anerkannte Standesorganisation kommerzieller Fotografen mit künstlerischem Anspruch auf höchstem Niveau“.

Lieber Walter E. Lautenbacher, denken wir gelegentlich an vergangene Zeiten und an die Herausforderungen von heute, wissen wir eines genau: Wir haben Dir viel zu verdanken.

Roland Breitschuh für den Vorstand des BFF
Monika Menez, Claus Morgenstern, Axl Jansen

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